In der Elisabethkirche werden einige bemerkenswerte Kelche beim Gottesdienst gebraucht, die verdienen, weiter bekannt gemacht zu werden. Alle Kelche weisen die traditionelle Form auf: Aus dem Fug wächst der Schaft, der von dem Kelchknauf (Nodus) durchbrochen wird und der die Kelchschale (Cuppa) trägt. Oft ist die Cuppa von einer Manschette umgeben.
Bei der Gründung der Gemeinde 1928 erhielt die Elisabethgemeinde von der Muttergemeinde St. Lambertus zwei Speisekelche (Ciborien) für die Austeilung der hl. Kommunion und einen Meßkelch. Letzterer wurde an die Lambertusgemeinde vor 1947 zurückgegeben, als die Gemeinde infolge einer testamentarischen Stiftung den Keweloh-Kelch (siehe unten) bekam. Ich erinnere mich, daß mir Pfarrer Grafe einmal erzählt hat, die Kirche habe 2 Meßkelche einer ungewohnten Form an das Diözesanmuseum in Paderborn gegen ein modernes großes Ciborium vertauscht.
Zunächst sei das Bladenhorster Ciborium, heute als Meßkelch gebraucht, beschrieben: Gesamthöhe ohne Deckel 26 cm. Fuß und Schaft sind aus Kupfer, die Cuppa und deren Manschette aus Silber.
Der Grundriß des Fußes ist fast kreisförmig, recht hoch und in 2 Kehlen getrieben. Er geht ohne Abgrenzung in den Schaft über bis zum Knauf. Der birnförmige Knauf ist 13-teilig. Er wird vom Fug her abgegrenzt durch ein Blumenkränzchen von 6 vierblättrigen Blümchen. Nach einigen Einschnürungen trägt der Schaft die reich dekorierte Manschette und in dieser die bauchige Cuppa.
Auf dem Fuß ist eingraviert das Allianz-Wappen von Romberg und von Meerfeld (großes Wappen). Das Wappen ist bekrönt von einer siebenzackigen Krone und von Rocaillen umgeben.
Unter dem Fuß ist eingraviert: Conrad Freiherr von Romberg zu Bladenhorst und Antonie Freifrau von Romberg geb. Gräfin Meerfeld zu Bladenhorst.
Bei dem Kataster von 1849 war Conrad von Romberg 34 Jahre alt und Antonie von Romberg 25 Jahre alt, ein Kind war 1 Jahr alt. Demzufolge kann das Ciborium nicht vor 1845 gestiftet worden sein. Ob es ein Ciborium der Schloßkapelle von Schloß Bladenhorst war? Dafür spricht das Marienmonogramm auf der Manschette des Ciboriums, dagegen spricht die Größe des Ciboriums. Die Manschette, in der die Cuppa ruht, ist bemerkenswert. Im unteren Teil der Manschette ist ein großes Jesus-Monogramm IHS mit einem Kreuz über dem H zu sehen, weiter gleich groß das Marien-Monogramm MRA und in einem dritten Feld das stark herausgetriebene naturalistische Lamm Gottes, ein Lamm auf einem Buch mit 7 Siegeln liegend (Offb. cap 5) und mit der Siegesfahne des Auferstandenen. Nach oben wird die Manschette durch einen glatten Streifen abgeschlossen, der von dem Rokoko-Schmuck gleichsam überschäumt wird. Zwischen den 3 Feldern 3 Rokaillen.
Dieser Kelch ist ein schönes Stück Goldschmiedekunst, das 1957 neu vergoldet wurde. Das Alter des Ciboriums ist schlecht zu schätzen. Seinem Stil nach paßt es etwa in die Zeit um 1750. Dann waren die Gravuren später eingraviert worden. Es ist aber auch möglich, daß die barocke Tradition bis zum Stiftungsjahre noch nachgewirkt hat. Ein Beschauzeichen findet sich nirgendwo.
Das zweite barocke Ciborium ist sehr schlicht. Der stark gelappte Fuß wird nach oben von einer Kehle abgeschlossen, und der birnenförmige Knauf (Nodus) ist ebenso wie beim Bladenhorster Ciborium gerieft. Eine kleine Manschette von 6 Blättern trennt den Schaft vom Fuß. Über dem Knauf befinden sich einige Einschnürungen und die Kelchschale. Kein Beschauzeichen. Wegen der Ähnlichkeit der Formen könnte er aus derselben Zeit stammen wie der Bladenhorster Kelch.